News November 2005

Korrekturen bei Wikipedia

Falsche Darstellungen in Wikipedia

Wie dreist sich u.a. wikipedia zur Diffamierung international reputierter Wissenschaftler mißbrauchen lässt, zeigt das Beispiel der Begriffe "Biophoton" und "Biophotonik". Mit deren Hilfe werden seit Jahren regelrechte Jauchekübel bösartiger Stimmmungsmache über den eigentlichen Erfinder, den Physiker Fritz-Albert Popp ergossen. Das jüngste Beispiel drucken wir hier ab, um die Authentizität unserer Darstellung deutlich zu dokumentieren:

Biophoton
aus Wikipedia, der freien Enzyklopadie


In der Biophysik und Alternativmedizin wird von einigen Autoren der Begriff "Biophotonen" fur diejenigen Lichtquanten verwendet, die ein Teil der schwachen
elektromagnetischen Strahlung biologischer Zellen sind. Eine eventuelle physiologische Bedeutung dieses
Phanomens ist wissenschaftlich umstritten.

Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Interpretation
3 Anwendung
4 Ideengeschichtliche Einordnung
5 Literatur
6 Weblinks

Geschichte
In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gelangte der russische Biologe Alexander Gurwitsch nach Experimenten mit keimenden Zwiebeln zu der Auffassung, dass lebende Zellen eine sehr schwache Lichtstrahlung abgeben. Er nannte sie "mitogenetische Strahlung", und zwar aufgrund seiner Vermutung, dass diese Strahlung die Zellteilung (Mitose) auslosen konne. Wegen der aufkommenden Biochemie, die Zellprozesse als Folgen von biochemischen Signalketten beschreibt, wurde die "mitogenetische Strahlung" nicht weiter untersucht.
Verschiedene experimentelle Hinweise auf eine ultraschwache Photonenemission von biologischen Systemen blieben in der Folgezeit weitgehend unbeachtet. Die Quelle dieser "dunklen Lumineszenz" wurde, soweit man die Existenz uberhaupt anerkannte, auf spontane Unvollkommenheiten des Zellstoffwechsels (z.B. Oxidations- und Radikalreaktionen) zuruckgefuhrt. Eine biologische Bedeutung wurde bezweifelt. Hauptwidersacher von Gurwitschs Thesen war der Biochemiker Alexander Hollander. Er und andere Wissenschaftler waren der Meinung, dass die Entdeckung solange zweifelhaft bliebe, bis die Strahlung objektiv gemessen sei.
1954 gelang es den italienischen Astronomen L. Colli, U. Facchini u. a., die Lichtemission von Pflanzenzellen direkt zu messen, indem sie einen Photonenverstarker verwendeten, den sie zur Beobachtung weit entfernter Sterne gebaut hatten. Als sie diesen auf Blatter, Weizen-, Mais- und Bohnenkeime richteten, entdeckten sie eine schwache, ungefahr konstante Photonenemission. Spatestens mit den Messungen von Terence Quickenden et al. 1967 an der Universitat von West-Australien gilt die schwache spontane Lichtaussendung von Zellen als etablierter Fakt. In der Folgezeit wurde von einzelnen Wissenschaftler/innen die Hypothese aufgestellt, dass Korperzellen uber ihre elektromagnetische Strahlung untereinander Signale austauschen - ohne Umweg uber chemische Botenstoffe. In den 1970er Jahren wiesen mehrere Wissenschaftler erneut Photonenstrahlung aus biologischem Gewebe nach, unter anderem der deutsche Physiker Fritz-Albert Popp, der zunachst an der Universitat Marburg arbeitete, bald aber ein neues Institut fur seine Forschungen grundete. Um eine Verwechslung mit der bekannten und offen sichtbaren Biolumineszenz (Gluhwurmchen) auszuschliesen, nannte er die ultraschwache biologische Strahlung .Emission von Biophotonen". Popp vermas das Spektrum dieser Strahlung und fand Wellenlangen zwischen 200 und 800 nm mit einer kontinuierlichen Verteilung, sowie Intensitaten von wenigen bis einigen hundert Quanten pro Sekunde und pro Quadratzentimeter Oberflache. Popp vermutete, dass diese Strahlung, wie bei Laserlicht, koharent ist. Wegen der extrem geringen Wahrscheinlichkeit einer Photonenemission pro Zelle, nämlich typischerweise weniger als ein Photon pro Monat, vergehen durchschnittlich mehr als 100 Jahre bis zur erneuten Emission eines Photons gleicher Wellenlänge, wodurch der direkte Nachweis der Kohärenz mittels Wellenüberlagerung unmöglich ist. Zur äusserst umstrittenen Hypothese der Kohärenz liegen bislang theoretische und experimentelle Studien in folgenden Artikeln vor:

F.A.Popp and K.H.Li: Hyberbolic Relaxation as a Sufficient Condition of a Fully Coherent Ergodic Field, International Journal of Theoretical Physics 32 (1993), 1573-1583.
F.A.Popp and Y.Yan: Delayed luminescence of biological systems in terms of coherent states, Physics Letters A 293 (2002), 93-97.
F.A.Popp, J.J.Chang, A.Herzog, Z.Yan and Y.Yan: Evidence of non-classical (squeezed) light in biological systems. Physics Letters A 293 (2002), 98-102.

Die in diesen Artikeln vorgestellten Theorien und Messungen liefern nach Ansicht der meisten Wissenschaftler keinerlei schlüssige Hinweise oder gar Beweise für eine tatsächliche Kohärenz der ausgesandten Strahlung, was der Forschungsgruppe um Popp einen zweifelhaften internationalen Ruf einbrachte.
Zusammen mit einer Gruppe von Wissenschaftlern, unter anderem aus ausländischen staatlichen Universitäten und Forschungsinstituten, erforschen heute Popp und Kollegen im Internationalen Institut für Biophysik (IIB) bei Neuss nicht nur die Eigenschaften der Strahlung, sondern gehen unter Einschluss der äußeren Anregung mit Lasern und anderen Lichtquellen der sogenannten "verzögerten Lumineszenz", ("delayed luminescence") und damit verbundenen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten nach. Unter diesen Wissenschaftlern befindet sich Lev Beloussov, ein Enkel Alexander Gurwitschs, der an der Moskauer Staatsuniversität einen Lehrstuhl für Embryologie hat.
Allgemein bildet die Untersuchung schwacher, von Lebewesen oder biologischem Material ausgesandter elektromagnetischer Strahlung einen Teilbereich der Biophotonik. Dieser Begriff beschreibt im heutigen Sprachgebrauch ganz allgemein die Verbindung von Biologie und Photonik, also unter anderem alle Arten von medizinischen Untersuchungs- und Heilungsmethoden und Bildgebungsverfahren auf optischer Basis.

Interpretation
Alle Objekte, ob biologisch oder nicht, geben Schwarzkörperstrahlung ab, eine Aussendung elektromagnetischer Strahlung, die allein in der Temperatur des Objektes begründet liegt. Diese Strahlung wurde bei den oben erwähnten Messungen der Photonenstrahlung berücksichtigt und subtrahiert. Da die betrachteten Zellen keine speziellen Leuchtstoffe (Luciferasen) beinhalten, gehört die untersuchte Strahlung nicht zur klassischen Biolumineszenz, die ein Vielfaches intensiver als die gemessene Biophotonenstrahlung ist.
Die schwache Photonenstrahlung (deren Intensität in etwa der einer Kerze auf 20 km Entfernung gleichkommt) wird offenbar vom Zustand der Zellen mitbestimmt. Ob diese Photonenstrahlung ein zufälliges Nebenprodukt des Stoffwechsels ist, oder ob sie einen steuernden Zweck erfüllt, ist sehr umstritten. Nach vorherrschender Meinung beruht die Strahlung auf den bekannten chemischen Reaktionen beim Stoffwechsel, z.B. dem Verbrennen von Nährstoffen, und der dabei entstehenden Prozesswärme. Da Lichtquanten als Elementarteilchen nur universelle Eigenschaften haben, gibt es in der Biologie keine spezielle Art von Photonen. Die vorgeschlagenen Zusammenhänge zwischen der Photonenemission von biologischer Materie und dem Zellwachstum, sowie Regulations- und Kommunikationsvorgängen gelten als unwahrscheinlich.

Anwendung
Die Gruppe von Popp arbeitet an Verfahren für die Anwendung ihrer Lehre in der Qualitätsanalyse von Lebensmitteln, bei der Beobachtung von Umwelteinflüssen, in der Bio-Indikation, in der Analyse von Unterschieden in Geweben (zum Beispiel zwischen gesunden und Tumorgeweben), in den Bemühungen um ein tieferes Verständnis von Krankheiten. Die Gruppe versteht ihre Tätigkeit als ganzheitlichen Ansatz zur Erklärung biologischer Phänomene lebender Systeme, insbesondere der Kommunikations- und Regulationsvorgänge in Zellen und Zellpopulationen - wie Wachstum und Differenzierung, einschließlich physikalischer Fragen zum Verständnis des Bewusstseins.
Es ist noch unklar, inwieweit Messungen von Biophotonen zur Lebensensmittelanalyse geeignet sind und welche Aussagekraft die Messergebnisse haben. Es sind jedoch bereits Geräte patentiert und könnten in wenigen Jahren für Verbraucher verfügbar sein, die eine Qualitätsanalyse vor dem Kauf z.B. im Supermarkt ermöglichen sollen [1] (http://www.wdr.de/themen/forschung/technik/gemuesetester/).

Ideengeschichtliche Einordnung
In den Hypothesen über „Biophotonen“ sehen Kritiker den Versuch einer Wiederbelebung des Vitalismus, eines Konzepts, das in Biologie und Medizin im Laufe des 19. Jahrhunderts aufgegeben worden war. Statt der immateriellen Lebenskräfte des herkömmlichen Vitalismus werde nun ein pseudowissenschaftlicher Neovitalismus propagiert.
Dies erklärt zum einen die Distanz der etablierten biologischen und medizinischen Wissenschaft zu Forschungen über Biophotonen, zum anderen aber auch das grosse Interesse bei einigen Vertretern der Alternativmedizin.

Literatur Marco Bischof: Biophotonen: Das Licht in unseren Zellen ISBN 3861500957
Fritz-Albert Popp: Die Botschaft der Nahrung. Unsere Lebensmittel in neuer Sicht ISBN 3596114594
Fritz-Albert Popp: Biologie des Lichts. Grundlagen der ultraschwachen Zellstrahlung ISBN
382632692X
L.Beloussov and F.A.Popp (eds.): Biophotonics. Proc.Int.Conf.Moscow State University 1994,
Bioinform-Services, Russia 1995.
J.J.Chang, J.Fisch and F.A.Popp (eds.), Biophysics: Biophotonics. Kluwer Academic Publishers,
Dordrecht-Boston-London 2003.
F.A.Popp and L.Beloussov (eds.): Integrative Biophysics: Biophotonics, Kluwer Academic Publishers,
Dordrecht-Boston-London 2003.
X.Shen and R.van Wijk (eds.):Biophotons and Biophotonics. Springer, Berlin-New York, 2004.

Weblinks
Tilbury, Gregg, Percival, Matich: "Ultraweak Chemiluminescence from Human Blood Plasma
(externer Link http://www.photobiology.com/v1/tilbury/default.htm)"
International Institute of Biophysics (externer Link http://www.lifescientists.de/)
http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0305/17_biophotonik/index.xml
Interview mit Fritz-Albert Popp (externer Link http://www.broeckers.com/Popp.htm) z.B. mit Informationen, warum
er aus seiner Sicht seinen Lehrstuhl verloren hat
07.11.2005 externer Link http://de.wikipedia.org/wiki/Biophoton

Tatsache ist, dass Fritz-Albert Popp und seine Kollegen nicht, wie wikipedia weismacht, ein Biophoton/100 Jahre messen, sondern mindestens 100 Biophotonen/Sekunde. Das ist ein Unterschied von sage und schreibe zwölf Größenordnungen. 100 Biophotonen/Sekunde reichen natürlich spielend aus, um mit Hilfe der Photonenzählstatistik die Kohärenz des Biophotonenfeldes zu beweisen. Das wurde vielfach bestätigt und in angesehenen Zeitschriften publiziert. Die Publikationen in den international reputiertesten Zeitschriften waren nur deshalb möglich, weil das Ergebnis von der strengen, sorgfältigen und neutralen peer-review- Beurteilung der kompetentesten Fachkollegen zur Publikation empfohlen worden ist. Diese aufwändigen Prozeduren gehören zu den bewährten Spielregeln wissenschaftlicher Seriosität, die es unter den zivilisierten Fachleuten ausschließen, verdiente Kollegen zu diffamieren und deren Ergebnisse zu ignorieren. Solche notwendigen und hinreichenden Fakten hindern die Heckenschützen in wikipedia jedoch nicht daran, die Wahrheit auf den Kopf zu stellen. Die vielen, mit Anstand ausgestatteten Kollegen fragen sich allerdings, weshalb solche, in die Anonymität geflüchtete Verleumder ausgerechnet bei wikipedia et.al. Unterschlupf finden. Es lohnt sich, einige Gedanken darauf zu verschwenden: Nachdem, wie man aus wikipedia erfahren kann, die "meisten" Physiker nie einen Beitrag auf dem Niveau jener reputierten Fachzeitschriften publizieren konnten, die Fritz-Albert Popp`s Beiträge abdrucken, möge ein weiteres kleines Beispiel genügen, um die Absurdität ihrer seltsamen Gedankengänge zu illustrieren. Nehmen wir beispielsweise eine Photonenintensität I = 100 000 Photonen/(Quadratzentimeter und Sekunde). Unstreitig liegt dieser Betrag weit über der Intensität, die notwendig wäre, um die Kohärenz nachzuweisen. Die Zeit von einem Jahr entspricht größenordnungsmäßig zirka 108 Sekunden. Gehen wir vom Wirkungsquerschnitt W des lichtelektrischen Effekts eines kollidierenden Photons von 10 - 20 cm2 aus, dann kann nach Ansicht dieses(r) anonymen wikipedia-Autoren die Kohärenz vergleichbarer, vom gleichen Ursprung ausgehender Photonen des Feldes erst nach der Zeit

T = 1/(WxI) = 10-5x1020/108 = 10 Millionen Jahren

nachgewiesen werden. Jeder, der jemals die Kohärenz eines Photonenfeldes gemessen hat, befindet sich nach Logik dieser wikipedia- Autoren in der gleich schrecklichen oder in einer noch schrecklicheren Lage wie/als der Physiker Fritz-Albert Popp: Nach dieser beeindruckend falschen Argumentation in wikipedia ist es einfach unmöglich, die Kohärenz von Photonenfeldern überhaupt zu messen! Mit der Grundausrüstung dieses Elite-Formats ausgestattet, die ein wenig an Achilles und die Schildkröte erinnern könnte, müssten die "meisten" Physiker - die den Autoren dieser Beiträge in wikipedia offenbar gut bekannt sind, und die konsequenter Weise noch nie die Kohärenz eines Photonenfeldes nachweisen konnten - zur Schlussfolgerung gelangen, dass die erstaunlich hohe Minderheit ihrer Kollegen einen denkbar schlechten Ruf hat, wenn sie trotz der eigentümlichen Weissagungen die Kohärenz von Photonenfeldern jemals nachweisen konnte. Popp befindet sich deshalb in bester Gesellschaft!

Uns erinnert das nicht ohne Grund an eine ähnlich absurde Behauptung des vdi, der sich mit Hilfe von Steuermitteln eine speziell deutsche Biophotonik leisten darf. International wurde diese spezielle "deutsche Biophotonik" bisher keiner Erwähnung für wert befunden (s.z.B. google oder yahoo: biophotonics). Der vdi und dessen Günstlinge behaupten nun aber, dass der mit internationalen Ehren überhäufte Fritz-Albert Popp lediglich Photonen aus der Zelle messe. Die deutschen Biophotonik-Experten des vdi, die den Steuerzahler ohne konkretes Ergebnis um 50 Millionen Euro erleichtern, sind im Gegensatz zu Popp nach eigener Bekundung aber in der Lage, in die Zelle hinein zu schauen! Die Mittel hierfür, in Höhe von 50 Mio. EUR, besorgten sie sich offenbar eben wegen des entwendeten neuen Anstrichs "Biophotonik" für ihre längst bekannten und üblichen Verfahren. Daß diese selbsternannten Biophotonik-Experten dabei nichts Neues gesehen haben und auch in Zukunft nichts Neues sehen werden, ist schlicht und ergreifend darauf zurück zu führen, dass sie erst dann überhaupt etwas sehen könnten, wenn sie ausschließlich nur jene Photonen messen, die aus der Zelle herauskommen. Bis heute haben sie offenbar nicht kapiert, dass sie nur dann in die Zelle hineinschauen können, wenn sie das praktizieren, was sie Popp anlasten: Lediglich die Photonen messen, die aus der Zelle heraus kommen. Möglicherweise reicht die Technik ihrer Instrumente aber tatsächlich nur dazu aus, alle hundert Jahre ein Biophoton zu messen (Siehe interner Link Ideenwettbewerb).