News August 2005

Summerschool 2005


Auf der Raketenstation findet vom 14. bis 21. August die alljährlich durchgeführte "Sommer School" über Lifesciences (Wissenschaft des Lebens) und Biophotonik (Untersuchung und Anwendung elektromagnetischer Wellen aus Lebewesen) für Jungwissenschaftler aus aller Welt statt. Die letzten beiden Tage der Konferenz sind der Ehrung des englischen Festkörper-Physikers Herbert Fröhlich gewidmet, der genau vor hundert Jahren geboren ist und als Träger der Max-Planck-Medaille und vieler weiterer internationaler Auszeichnungen als einer der geistigen Väter des auf Hombroich angesiedelten "International Institutes of Biophysics (IIB)" gilt. Unter anderem deckte Herbert Fröhlich den Mechanismus der Supraleitung auf und wies grundlegende physikalische Eigenschaften "biologischer Systeme" nach, die im Zentrum der Forschungs -und Lehrtätigkeit des auf der Raketenstation angesiedelten Instituts stehen. Fröhlich´s Witwe und sein letzter Schüler an der Liverpool-Universität, Prof. Gerard Hyland, konnten Wissenschaftlerkollegen Fröhlichs aus europäischen Ländern dafür gewinnen, auf der Tagung grundlegende Vorträge zur Theorie Herbert Fröhlich´s zu halten. Eine entsprechende Fest-Veranstaltung fand unter der Leitung Hylands bereits vor 6 Wochen auch an der Karls-Universität in Prag statt.


Während dieser Woche werden 20 Professoren des IIB aus renommierten Universitäten und Forschungsinstituten (China, Deutschland, Indien, Holland, Japan, Polen, Rußland, Schweiz, Südkorea, Tschechien, Ukraine, USA) Fachvorträge für die Jungwissenschaftler halten. In diesem Jahr liegt einer der Schwerpunkte auf der Erforschung der physikalischen Eigenschaften der in der chinesischen Medizin bekannten Akupunktur-Meridiane. Die Vorsitzende der deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGFA), die an der Universität Mainz lehrt, führt zum ersten Mal die Visualisierung der Meridiane im Infrarotbereich vor. Eine bekannte Professorin des Bogolyubov-Instituts für Theoretische Physik in Kiev hat sich bereit erklärt, ihr Institut für die theoretische Begründung dieser aufsehenerregenden Entdeckung im Rahmen des IIB einzusetzen. Professor Klimek, ehemals Fachreferent im Bundes-Forschungsministerium und inzwischen auch Mitglied des IIB, wird diese internationale Zusammenarbeit koordinieren.


Die "Studenten" reisen vorwiegend aus den USA und Kanada an. Sie erfahren für einen Beitrag von zirka 1000 Euro den neuesten Stand der "Biophotonik, eines neuen Fachgebietes, das 1996 vom IIB eingeführt wurde und zum Beispiel in den USA mit Millionen-Beträgen gefördert wird. Auch die Bundesregierung hat die Bedeutung erkannt und stellt seit zwei Jahren staatlichen Einrichtungen in Deutschland insgesamt etwa 50 Millionen Euro für den Nachholbedarf und die vorwiegend technische Aufholarbeit zur Verfügung. Im internationalen Wettbewerb wird das IIB neben Forschungseinrichtungen der USA als führende Institution genannt (z.B. unter google: biophotonics). Die Arbeiten des IIB wurden und werden auch in Zukunft vorwiegend vom Springer-Verlag (Heidelberg-New York), früher Kluwer-Academic Publishers, weltweit publiziert. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des IIB, dessen Direktorium von den Professoren Zihe Rao, JiinJu Chang (Institute of Biophysics, Chinese Academy of Sciences, Beijing) und Fritz-Albert Popp (Neuss), gebildet wird (www.lifescientists.de), werden Zukunftspläne auch für die "Insel Hombroich" diskutiert, so eine Weltkonferenz über Komplementärmedizin im Jahr 2007 und eine Ausstellung, die anhand historischer Dokumente die Entwicklung der "Lifesciences" darstellt. Laboreinrichtungen der Princeton-Universität (USA), der Moskauer Staatsuniversität, der Liverpool-Universität, sowie chinesischer und indischer Universitäten stehen für diese einmalige Dokumentation der Entwicklung moderner Wissenschaften zur Verfügung.