Auf der Raketenstation findet vom 14. bis 21. August die alljährlich
durchgeführte "Sommer School" über Lifesciences (Wissenschaft
des Lebens) und Biophotonik (Untersuchung und Anwendung elektromagnetischer
Wellen aus Lebewesen) für Jungwissenschaftler aus aller Welt statt. Die
letzten beiden Tage der Konferenz sind der Ehrung des englischen Festkörper-Physikers
Herbert Fröhlich gewidmet, der genau vor hundert Jahren geboren ist und
als Träger der Max-Planck-Medaille und vieler weiterer internationaler
Auszeichnungen als einer der geistigen Väter des auf Hombroich angesiedelten
"International Institutes of Biophysics (IIB)" gilt. Unter anderem
deckte Herbert Fröhlich den Mechanismus der Supraleitung auf und wies grundlegende
physikalische Eigenschaften "biologischer Systeme" nach, die im Zentrum
der Forschungs -und Lehrtätigkeit des auf der Raketenstation angesiedelten
Instituts stehen. Fröhlich´s Witwe und sein letzter Schüler
an der Liverpool-Universität, Prof. Gerard Hyland, konnten Wissenschaftlerkollegen
Fröhlichs aus europäischen Ländern dafür gewinnen, auf der
Tagung grundlegende Vorträge zur Theorie Herbert Fröhlich´s
zu halten. Eine entsprechende Fest-Veranstaltung fand unter der Leitung Hylands
bereits vor 6 Wochen auch an der Karls-Universität in Prag statt.
Während dieser Woche werden 20 Professoren des IIB aus renommierten Universitäten
und Forschungsinstituten (China, Deutschland, Indien, Holland, Japan, Polen,
Rußland, Schweiz, Südkorea, Tschechien, Ukraine, USA) Fachvorträge
für die Jungwissenschaftler halten. In diesem Jahr liegt einer der Schwerpunkte
auf der Erforschung der physikalischen Eigenschaften der in der chinesischen
Medizin bekannten Akupunktur-Meridiane. Die Vorsitzende der deutschen Ärztegesellschaft
für Akupunktur (DÄGFA), die an der Universität Mainz lehrt, führt
zum ersten Mal die Visualisierung der Meridiane im Infrarotbereich vor. Eine
bekannte Professorin des Bogolyubov-Instituts für Theoretische Physik in
Kiev hat sich bereit erklärt, ihr Institut für die theoretische Begründung
dieser aufsehenerregenden Entdeckung im Rahmen des IIB einzusetzen. Professor
Klimek, ehemals Fachreferent im Bundes-Forschungsministerium und inzwischen
auch Mitglied des IIB, wird diese internationale Zusammenarbeit koordinieren.
Die "Studenten" reisen vorwiegend aus den USA und Kanada an. Sie erfahren
für einen Beitrag von zirka 1000 Euro den neuesten Stand der "Biophotonik,
eines neuen Fachgebietes, das 1996 vom IIB eingeführt wurde und zum Beispiel
in den USA mit Millionen-Beträgen gefördert wird. Auch die Bundesregierung
hat die Bedeutung erkannt und stellt seit zwei Jahren staatlichen Einrichtungen
in Deutschland insgesamt etwa 50 Millionen Euro für den Nachholbedarf und
die vorwiegend technische Aufholarbeit zur Verfügung. Im internationalen
Wettbewerb wird das IIB neben Forschungseinrichtungen der USA als führende
Institution genannt (z.B. unter google: biophotonics). Die Arbeiten des IIB
wurden und werden auch in Zukunft vorwiegend vom Springer-Verlag (Heidelberg-New
York), früher Kluwer-Academic Publishers, weltweit publiziert. Anlässlich
des zehnjährigen Jubiläums des IIB, dessen Direktorium von den Professoren
Zihe Rao, JiinJu Chang (Institute of Biophysics, Chinese Academy of Sciences,
Beijing) und Fritz-Albert Popp (Neuss), gebildet wird (www.lifescientists.de),
werden Zukunftspläne auch für die "Insel Hombroich" diskutiert,
so eine Weltkonferenz über Komplementärmedizin im Jahr 2007 und eine
Ausstellung, die anhand historischer Dokumente die Entwicklung der "Lifesciences"
darstellt. Laboreinrichtungen der Princeton-Universität (USA), der Moskauer
Staatsuniversität, der Liverpool-Universität, sowie chinesischer und
indischer Universitäten stehen für diese einmalige Dokumentation der
Entwicklung moderner Wissenschaften zur Verfügung.