Im Beitrag von Herrn Holger Fuß über den Ruf des Physikers Fritz-Albert
Popp sind einige Mißdeutungs-Möglichkeiten impliziert, die wir wegen
der Brisanz und Sensibilität des Themas nicht vollständig so stehen
lassen können. Es trifft nicht zu, dass Prof. Popp auch einen Ruf als Professor
an die Princeton-Universität erhalten hat. Das hat er nicht behauptet,
obwohl er, wie er selbst sagt, das Mißverständnis durch Unachtsamkeit
ausgelöst hat. Es liegt also nicht an einer sorglosen Recherche. Popp wurde
an der Princeton-Universität nach jahrelanger Zusammenarbeit zum "Research
Fellow" ernannt. Neben der Erwähnung weiterer Berufungen zum Professor
an seriösen staatliche Universitäten, die im Beitrag nicht angeführt
sind, sollte aber ergänzt werden, dass der Senat der Universität Marburg
Herrn Popp nicht nur einstimmig zum Professor nominiert hat, sondern dieser
Ernennung auch nachgegangen ist. Da nützte unseres Wissens die (zur Verhinderung
der Berufung) aufgestellte falsche Behauptung des Dekans Heinrich Oepen nichts,
es gäbe Gutachten, die Popp als geisteskrank einstuften. Vielmehr war es
Popp, der dem Recht auf Aushändigung der Ernennungsurkunde schließlich
nicht weiter nachging. Er wollte damals "deutscher Professor" nicht
deshalb werden, weil ihm der Nachweis gelungen war, nicht geisteskrank zu sein.
Aus dieser Sicht ist auch der Kommentar der Frau Professor Irmgard Oepen zu
den charakterlichen Eigenschaften des Herrn Popp zu sehen. Sie hat sich in ihrem
Leben vielleicht dreimal mit Popp kurz unterhalten. Er selbst wäre in seiner
Beurteilung anderer Menschen mindestens ebenso vorsichtig und verantwortungsbewusst
wie in seinen wissenschaftlichen Arbeiten. Wir wollen nicht den Eindruck erwecken,
dass Popp nicht auch austeilen oder keine Kritik vertragen kann, auch wenn er
sie für falsch halten sollte. Aber der Korrektheit wegen müssen wir
auch im Zusammenhang mit der Witwe Oepen darauf hinweisen, dass Professor Schäfer
(ehemals in Marburg tätig) nicht befugt ist, zu behaupten, Popps Theorie
sei widerlegt. Er weiß das und setzt nun (nach unserem Eindruck zumindestens
leicht irreführend) auf die Feststellung, er halte die Thesen für
widerlegt, wogegen sicher nichts einzuwenden ist. Nach wie vor fehlt ihm aber
jede nachvollziehbare Begründung dafür. Für nähere Auskünfte,
auch über die in der Gegenwartsliteratur bereits hinlänglich beschriebenen
Vorgänge, stehen wir gerne zur Verfügung.
Dennoch ist Herrn Fuß für seine Bemühungen zu danken, in dieser
schwierigen Situation ein relativ objektives Bild abzugeben.
Im Auftrag des Internationalen Instituts für Biophysik,
Sophie Cohen