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Sehr geehrter Herr Bahr,
in Ihrem Vorwort zur Zeitschrift "Schmerz & Akupunktur" 2 (2005), 69 schreiben Sie wörtlich: "Die als Durchbruch bezeichnete Arbeit von Schlebusch, Maric-Öhler und Popp (JACM 11(2005),171-173) konnte nicht bestätigt werden". Diese Feststellung ist nicht korrekt. Die Unfähigkeit, ein Ergebnis zu reproduzieren, ist noch lange kein Beleg für die Unrichtigkeit des Ergebnisses. Richtig wäre es gewesen, anzugeben, dass unsere Visualisierung der Meridiane bisher lediglich von G.Litscher nicht bestätigt werden konnte. Das kann nach meiner Überzeugung nur an Herrn Litscher selbst liegen, nicht aber an der Visualisierung der Meridiane, da sie von uns und, nach Anleitung, auch von jedem anderen jederzeit reproduziert werden kann. Wie unlogisch Ihre eingangs genannte Behauptung ist, entnehmen Sie bitte auch folgenden Fakten: G.Litscher kann auch die Ergebnisse von Mandoli & Briggs (Proc.Natl.Acad.Sci. U.S.A. 1982;79, 2902-2906), H. Smith (Nature 298 (1982), 423-424) oder unsere Biophotonenergebnisse (J.Photochem.Photobiol.78 (2005), 235-244 ) mit Sicherheit nicht bestätigen, obwohl diese Ergebnisse für eben die Visualisierung der Meridiane grundlegend sind und von fachkundigen Wissenschaftlern immer wieder bestätigt wurden. Seine Unfähigkeit zur Reproduktion der Ergebnisse ändert an deren Gültigkeit nicht das geringste. Überdies hat G.Litscher weder elementares Lehrbuchwissen über die nichtlineare Optik, noch verfügt er offenbar über den Willen, die z.B. in Ihrer Abbildung 1 (widerrechtlich) dargestellten Ergebnisse zu reproduzieren. Wiederholt wurde Herr Litscher inzwischen darauf hingewiesen, dass seine in Abbildung 2 dargestellten, aber nach wie vor unerklärten "Artefakte" - die er fälschlicherweise für "nicht-biologische Reflexionen" hält, und die wir schon lange Zeit vor ihm kannten und untersuchten - , folgendes belegen: Zwangsläufig müssen in seinen Versuchen neben den meridianähnlichen Leitbahnen natürlich auch solche auftreten, die von den bekannten Meridianen abweichen, sobald die Weiterleitung nichtthermischer Infrarotenergie durch die ungewöhnlich spezielle Position der Moxibustionsflamme über unübliche Entladungsstrecken erfolgt. Um ein Beispiel zu nennen: Die Funkenstrecke des Demonstrationsblitzes im Deutschen Museum schließt natürlich nicht aus, dass der Blitz nach räumlicher Verlegung des Spannungsgefälles auch andere Durchschlags-Wege als den üblichen sucht und findet. Lediglich die naive und unbegründbare Vermutung, Meridiane seien morphologisch fixiert, muss mit diesen neuen Erkenntnissen (endlich!) korrigiert werden. Litscher weigert sich aber nicht nur, diese Bereicherung der Diskussion aufzunehmen oder sich von möglicherweise falschen Vorstellungen über die Akupunkturmeridiane zu verabschieden, sondern - und allein das stört mich - er weigert sich, unsere sachlich begründeten Argumente zeitgleich zu seinen Einwänden publizieren zu lassen. So setzte er intrigant durch, dass meine Stellungnahme zu seinem angekündigten Artikel in der Schweizer Zeitschrift "Ganzheitsmedizin" im gleichen Heft nicht erscheinen durfte. Wie auch Ihr Kommentar zeigt, geht es also nicht um die sachliche Aufklärung, sondern um die Irreführung und Verwirrung der Leser und die Behinderung der sachkundigen Erforschung dieser Phänomene.
Selbst im profanen Journalismus ist die Befragung der Betroffenen inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Eine amerikanische Zeitschrift, an die sich Herr Litscher im Reproduktionseifer seiner Nichtreproduzierbarkeit unter anderen auch gewandt hatte, bat mich ausdrücklich um eine möglichst zeitgleiche Stellungnahme, wie es sich bei seriösen Zeitschriften eben gehört. Leider sehen auch Sie offensichtlich keinen Grund, sich bei den Geschmähten zu informieren. Mit der recht hinterhältigen Herabwürdigung der eigentlichen Entdecker entziehen Sie Ihren Lesern die Chance, sich ein objektives Urteil bilden zu können. Mein eigenes Urteil darüber, ob Sie das bewusst tun, und meine Entscheidung, ob ich Ihnen die wissenschaftlichen Ansätze einer internationalen Expertengruppe, die sich inzwischen mit diesem Phänomen fachkundig beschäftigt, in Zukunft zur Verfügung stellen kann, möchte ich davon abhängig machen, ob Sie Ihren Fehler der einseitigen und unsachlichen Berichterstattung einsehen können und eventuell sogar die Größe besitzen, sich dafür zu entschuldigen. Ich möchte nicht kategorisch ausschließen, dass auch wir uns irren können. Die ersten Publikationen, die jedenfalls zu völlig anderen Ergebnissen als G.Litscher kommen, sind in renommierten internationalen Fachzeitschriften in Vorbereitung und teilweise schon im Druck. Wir werden darüber berichten.
Zum offenen Brief an Herrn Dr. Frank Bahr, der ihm vor dem Erscheinen auf unserer homepage per e-mail zugeschickt worden war, erhielten wir am 30. Juli 2005 die folgende Antwort. Soweit wir glauben, sie kommentieren zu müssen, fügen wir zwei Anmerkungen*,** an:
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Popp,
ich meine, dass eine korrekte Anrede und Grußformel am Schluss eines offenen Briefes auch dann notwendig ist, wenn man inhaltlich nicht übereinstimmt.
Außerdem meine ich, sollte ein offener Brief als normaler Brief oder E-Mail verschickt werden, denn Sie können wohl kaum davon ausgehen, dass man regelmäßig ihre Internet-Seite anschaut.
Sie schreiben in Ihrem offenen Brief:
"Richtig wäre es gewesen, anzugeben, dass unsere Visualisierung der Meridiane bisher lediglich von G. Litscher nicht bestätigt werden konnte.
Dem kann ich nicht zustimmen, denn im Beitrag ist Herr Prof. Dr. G. Litscher
einwandfrei als derjenige zu erkennen, der inhaltlich zu einem anderen
Ergebnis kommt als Sie. Zu dem Wort "lediglich" bitte ich um Mitteilung,
wer denn alles Ihre bisherigen Ergebnisse bestätigen konnte*.
Die Auseinandersetzung um die Darstellung der Meridiane halte ich für ausgesprochen spannend, ich verbitte mir allerdings Ihre Wortwahl in Bezug auf mich als Herausgeber "recht hinterhältigen Herabwürdigung"**.
Ich fordere Sie auf, Ihren offenen Brief so zu gestalten, dass es eines Akademikers würdig ist, auch im Hinblick auf Ihre Behauptungen in Richtung auf Herrn Prof. Dr. Litscher.
Noch ein Wort zur Sache: Meridiane sind Wellenleiter, das habe ich schon mit durchstimmbaren Farblasern vor ca. 25 Jahren in den damaligen Labors von MBB (zusammen mit Herrn Dr. Kroy) gemeinsam mit Dr. Paul Nogier festgestellt. Ein Hinweis darauf findet sich in meinem Buch "Einführung in die wissenschaftliche Akupunktur".
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Prof. mult. h.c. China Dr. Frank R. Bahr
*) In der relativ kurzen Zeit nach Veröffentlichung unserer Resultate gibt es bereits eine unerwartet hohe Zahl von Reproduktionen. Wir werden darauf noch eingehen, sobald wir Gelegenheiten hatten, unsere ersten Ergebnisse weiter auszubauen. Ganz anders sieht es mit der von Herrn Prof.Prof.China mult.Dr.Bahr experimentell angeblich nachgewiesenen Tatsache aus, dass Meridiane Wellenleiter sind. Weder Herr Prof. Dr. G. Litscher, noch sonst jemand, nicht einmal der Erfinder selbst, konnten diese Entdeckung in den vergangenen 25 Jahren wenigstens ein einziges Mal reproduzieren.
**)Unter "recht hinterhältiger Herabwürdigung" versteht
Herr Popp die unerlaubte und illegale Veröffentlichung einer jener von
den geschmähten Autoren publizierten Abbildung mit dem beleidigenden Kommentar
des Herrn Prof.Prof.mult.China Dr. F.Bahr . So läßt sich doch nicht
übersehen, dass unter der übernommenen Abb.1. die ursprüngliche
Legende gestrichen und stattdessen nun zu lesen ist "Der angebliche Durchbruch
des Meridian-Nachweises von K.P.Schlebusch, W. Maric-Öhler und F.A.Popp".
Hinterhältiger geht diese Stimmungsmache nach unserer Auffassung nicht.
Insofern gibt es hier wegen der trotz Aufforderung unterbliebenen Entschuldigung
wohl irreversible Unterschiede im Stil und Verhalten des Herausgebers
dieser deutschen Akupunktur-Zeitschrift und dem allgemeinen Empfinden der Bürger
einschließlich international erfahrener und kompetenter Wissenschaftler
(
www.lifescientists.de, mit Aber-Hunderten von Publikationen in weltweit gelesenen
Zeitschriften).