Grundlagen
Die neue Technik Biophotonik" wird seit gut zwanzig
Jahren insbesondere in Japan in der Zusammenarbeit von Industrie, Universitäten
und Staat mit Hunderten von Millionen gefördert. Hunderte von Patenten stehen
zur Anmeldung bereit. Das Japanische Landwirtschaftsministerium setzt die
Methode bereits vielfach ein, so zur Qualitätsanalyse von landwirtschaftlichen
Produkten, der Optimierung von Aufzuchtbedingungen, der Frischhaltung. Der
Begriff Biophotonik" geht auf die Erfindung des deutschen Biophysikers
Fritz-Albert Popp zurück, der 1976 an der Universität Marburg zusammen mit
seinem Doktoranden Bernhard Ruth eine schwache Lichtemission aus biologischen
Systemen entdeckte. Er wies nach, daß alle lebenden Organismen im sichtbaren
Bereich des Spektrums (mindestens von 200 bis 800 nm) einzelne Photonen
mit einer Gesamtintensität von einigen bis zu etwa hundert Photonen pro
Sekunde und pro Quadratzentimeter Oberfläche des lebenden Systems ständig
emittieren. Popp und Ruth deckten die Eigenschaften auf, die für das Verständnis
und die Anwendung essentiell sind:
- Der Spektralverlauf der Biophotonen folgt nicht- wie
die Wärmestrahlung - einer Boltzmann- Statistik (Bose-Einstein-Statistik),
sondern einem Kontinuum, das im zeitlichen Mittel für alle Wellenlängen
die gleiche Intensität aufweist.
- Die Wahrscheinlichkeit P(n, D t), eine bestimmte
Zahl n von Photonen in einem vorgegebenen Meßzeitintervall D t zu messen, folgt
einer Poissonstatistik
(P(n,D t) = exp(-<n>) <n>n /n!, wobei
<n> der Mittelwert der Photonenzahl im betreffenden Meßzeitintervall
bedeutet).
- Jede vorher mit Licht angeregte lebende Probe klingt
ungewöhnlich langsam ab, um dann kontinuierlich in die spontane Biophotonenemission
überzugehen. Diese als verzögerte Lumineszenz" bei Pflanzen
entdeckte Erscheinung - die, wie Popp nachwies, auch für tierische Zellen
zutrifft - zeigt die gleiche Spektralverteilung und die gleiche Poissonstatistik
P(n,D t) wie die spontane"
Biophotonenemission. Die Intensität nach Anregung klingt nicht nach
einer Exponentialfunktion exp (-g t) ab, mit t als Zeit nach
Anregung undg als Abklingkonstante,
sondern nach einer hyperbelartigen Funktion (1/t).
- Tote Organismen zeigen weiterhin charakteristische
Eigenschaften der verzögerten Lumineszenz, nämlich eine breite Spektralverteilung,
langes und hyperbelartiges Abklingverhalten und die Poisson-Statistik
der Photonenzählrate. Allerdings ändern sich beim Übergang vom lebenden
zum toten Organismus die Intensitäten und Abklingzeiten der verzögerten
Lumineszenz stark. Tote Organismen strahlen im Gegensatz zu lebenden
allerdings keine Biophotonen (spontane Photonen ohne äußere Anregung")
mehr ab.
- Die Wellenlängen sowohl der verzögerten Lumineszenz
als auch der Biophotonen sind untereinander gekoppelt: Die Intensitäten
verschiedener Wellenlängen über dem gesamten Spektralbereich zeigen
das gleiche Abklingverhalten. Sie können nicht unabhängig voneinander
angeregt werden.
Literatur hierzu:
B.Ruth und F.A. Popp: Z.Naturforsch. 31c (1976), 741-745.
F.A.Popp: Coherent Photon Storage in Biological Systems. In: F.A.Popp,
G.Becker, H.L.König and W.Peschka (eds.), Electromagnetic Bio-Information.
Urban & Schwarzenberg, München 1979.
F.A.Popp, B.Ruth, W.Bahr, J.Böhm, P.Grass, G.Grolig, M.Rattemeyer, H.G.Schmidt
and P.Wulle: Collective Phenomena (Gordon &Breach) 3 (1981), 187-214.
- In einer späteren Arbeiten belegte der Doktorand M.
Rattemeyer die von Popp aufgestellte Hypothese, daß die DNA die wesentliche
Quelle der Biophotonenemission ist.
Rattemeyer, F.A.Popp and W. Nagl: Naturwissenschaften 68 (2981), 572-573.
- 1993 wiesen Popp und Li nach, daß die Biophotonen in
Übereinstimmung zur Hypothese Popp`s von 1976 kohärent sind.
F.A.Popp and K.H.Li: Int.J.Theor.Phys.32 (1993), 1573-1583.
Heute gibt es weltweit aus renommierten
Forschungs- und Universitäts-Instituten in reputierten Fachzeitschriften
Hunderte von Publikationen über Biophotonen. Die Ergebnisse Popp`s und
seiner Mitarbeiter wurden voll bestätigt. Es gibt keine seriöse Arbeit,
die auch nur eine dieser grundlegenden Ergebnisse 1.-7. widerlegt. Auf
diese Ergebnisse aufbauend, hat sich besonders in Japan, aber auch in
einer von Popp gegründeten Entwicklungsfirma die Biophotonik"
als neuer Zweig zerstörungsfreier Analytik entwickelt.
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Neueste
Literatur:
F.A.Popp et. al: Recent Advances in Biophoton
Research and Its Applications. World Scientific, Singapore -
London, 1992.
Ho, M.W., F.A. Popp and U. Warnke (eds):
Bioelectrodynamics and Biocommunication. World Scientific, London-Singapore
1994.
Beloussov, L. and F.A. Popp (eds.):
Biophotonics. International Conference on the Moscow State
University 1994. Bioinform Services, Russia 1995.
Chang, J., J. Fisch and F.A. Popp (eds.):
Biophotons. Kluwer Academic Publishers, Dordrecht-London 1998.
Popp, F.A.: Biophotonik - Eine nichtinvasive
Methode zur Analyse der Lebensmittelqualität. In: Zerstörungsfreie
Qualitätsanalyse. Vortragstagung der Deutschen Gesellschaft für
Qualitätsforschung. Schriftenreihe der TU München, Freising-
Weihenstephan 1999.
Dürr, H.P., F.A. Popp und W. Schommers (Hrsg.): Elemente des
Lebens. Naturwissenschaftliche Zugänge - Philosophische Positionen. Die Graue
Edition. Prof. Dr. Alfred Schmidt-Stiftung. Zug/Schweiz, 2000.
Dürr, H.P., F.A. Popp und W. Schommers (eds.):
What
is Life? Scientific Approaches and Philosophical Positions.World Scientific,
London-Singapore 2002.
F.A. Popp and L. Beloussov (eds.):
Integrative
Biophysics, Biophotonics. Kluwer Academic Publishers, Dordrecht/The Netherlands,
2003
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